Abenteuer Südsee (Teil 2)

17/04/2017

Hallöchen, da bin ich wieder. Heute kommt der zweite Teil meines Reisetagebuchs online! Wohoooo!

Den ersten Teil verlinke ich euch hier!

Ich hatte die Ehre 4 Monate Crew auf einem wunderschönen Segelschiff sein zu dürfen! Wir sind von Dili (Osttimor) nach Gizo (Salomonen) gesegelt! Es war eine spannende, verrückte, schöne und auch anstrengende Zeit und ich würde euch gern daran teilhaben lassen.

Tja und da dachte ich mir, ich veröffentliche hier einfach Teil für Teil meines persönlichen Tagebuchs, so könnt ihr die Reise quasi mit mir gemeinsam ein zweites Mal erleben:)!

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Endlich angekommen!

(Es müsste 08.12.15 gewesen sein)
 

Sooo! Jetzt habe ich mal wieder Lust und Zeit gefunden, um Geschehenes festzuhalten.

Der Flug gestern war angenehm, diesmal in einem sehr kleinen Flugzeug, im Vergleich zu den Vorherigen. Überraschenderweise gingen die dreieinhalb Stunden auch ruck zuck um! Zum Essen gab es für mich vegane Nudelsuppe, und danach noch ein Zitronensorbet, das war wirklich köstlich. Ich hab dann noch ein wenig geknüpft und Musik gehört. Dabei ist ein hübsches Armband entstanden:) Gegen Ende des Fluges bin ich dann auch nochmal eingenickt und wurde irgendwann an der Schulter von einer Stewardess angetippt, die mich gebeten hat meine Rückenlehne wieder gerade zu stellen, da wir gleich Landen. Uhhhhh! Bald da! Nach fast 60 Stunden Reise endlich da! Ja Leute! Fast 60 Stunden! Can‘t believe it! :D Die Landung war nicht ganz so smooth wie die davor, aber das Flugzeug war ja auch einiges kleiner, da wackelt es nun mal etwas mehr wenn man auf dem Boden aufkommt. Der Flughafen in Dili ist der Hammer! Wäre ich nicht selbst dort gelandet, hätte ich gedacht das ist eine kleine Übungslandebahn für Hobbypiloten! :D

 

Mitten zwischen Meer und Palmen ist also diese kleine Landebahn mit einem einzigen winzigen Gebäude. Wir sind einfach aus dem Flugzeug ausgestiegen direkt nach draußen auf die Landebahn und dann zu dem kleinen Gebäude gelaufen:) Und Baaaam, was für eine Hitze mir da entgegen kam! So schön! Ich hatte ja ein wenig Angst das es Probleme geben würde beim Zoll, weil ich ja nur ein one-way-Ticket hatte, denn manchmal wollen sie ja bei der Einreise ein Rückflugticket oder Ähnliches sehen. Aber alle Sorgen waren vollkommen unbegründet. Die Frau am Schalter hatte ein Strahlen im Gesicht und war unglaublich freundlich. Sie hat mir sogar ein Kompliment gemacht. „You are so beautiful!“ hat sie gesagt. Und das war wirklich Balsam für die Seele, ich dachte nämlich ich sehe komplett zerstört aus nach dieser langen Reise. :D Wir haben uns dann nochmal breit angegrinst und ich hab ihr noch einen schönen Tag gewünscht. Also alles easy! So gefällt mir das!

 

Ich glaube ja das ist die Sonne hier, die tut den Menschen einfach gut! Alle sehen hier glücklich und entspannt aus, eine ganz ungewohnte Stimmung an einem Flughafen. Sonst ist immer alles so streng und offiziell. Hier genau das Gegenteil!

Dili ist schön, alles ist sehr einfach gehalten…bis auf...bambambam... die Fahrzeuge! Leute ich sags euch so was verrücktes habe ich noch nicht gesehen. Vor Allem die „Taxis“ und die Motorräder sind besonders ausgefallen dekoriert. Aber auch Laster und andere Fahrzeuge sehen total abgefahren aus. Dafür scheint man hier liebend gerne Geld auszugeben:D! Antennen, Sticker, Sirenen, Kuscheltiere und und und!! Es ist zum Teil wirklich ein Wunder, dass die Menschen hier noch aus ihren Windschutzscheiben rausschauen können!:D

 

 

Meine zwei Crew Kumpanen Thiemo und Erwin haben mich vom Flughafen abgeholt. War super nett und entspannt mit den beiden. Thiemo sieht aus wie ein typischer Sunny-surfer-boy, 33 Jahr alt aber sieht eher aus wie 25. Chilliger Typ der sogar auch schon Segelerfahrung hat. Erwin ist wie der Kapitän Schweizer und so Mitte 50:) Wir sind dann gemeinsam in der Hitze erst mal los marschiert zu einem großen Kreisverkehr und haben eins dieser dekorierten „Taxis“ herbei gewunken. Die „Taxis“ sind in Wahrheit Minibusse, die aussehen wie Spaceshuttles und "Microlets" genannt werden. Total freakige Dinger! Man steigt also ein, meist ist es da drin komplett vollgestopft, sodass sogar Menschen in der offenen Tür stehen und sich außen am Bus festhalten müssen. Die Tür bleibt also ganz offensichtlich offen und los geht’s! Diese Busse halten aber nicht an Bushaltestellen, nope! In der Mitte des kleinen Busses befindet sich nämlich eine Metallstange, an welcher man sich festhalten kann. Sie wird aber auch dafür benutzt um dem Fahrer mitzuteilen, dass man aussteigen möchte. Man klopft also mit einem 25 Cent Stück an die Stange und der Fahrer hört, aha, da möchte jemand aussteigen, und hält an! Egal wo! Eine Fahrt kostet übrigens immer 25 Cent.

Angekommen am Strand laufen wir nun zu unserem Beiboot! (Beiboot nennt man übrigens auch Dinghy!) Haben alles aufgeladen, hopp, rein gehüpft und dann ab zu Liberty, unserem Segelschiff! Wir müssen einen kleinen Bogen fahren, weil an einer Stelle ein Schiffswrack liegt das wir ansonsten rammen würden. Es schaut sogar ein wenig aus dem Wasser raus! Ziemlich cool!
 

Liberty sieht toll aus! Hatte sie zuvor ja noch nicht gesehen und ich bin positiv überrascht. Bunt, Piratig und zusammengebastelt. Ganz genau mein Ding!

 An Bord angekommen sitzen wir zusammen, trinken Kaffee und plaudern ein wenig. Es ist schön hier! Der Kapitän Gerd ist gerade an Land und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. So ca. ne halbe Stunde später, sehe ich eine große schlanke Person mit weißen weiten Klamotten, Sonnenbrille und Hut am Strand entlanglaufen. Er sieht aus wie so ein indischer Guru oder sowas! :D Direkt vor dem Gebäude der Marine bleibt er stehen, setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt an Wäsche zu waschen. Das muss er sein! Weitere 10 Minuten später ruft er nach Thiemo und der hat ihn dann mit dem Dinghy abgeholt.

 

Freudestrahlend kommt er an Bord und begrüßt mich sehr herzlich. Der erste Eindruck war super und auch jetzt verstehen wir uns prächtig. So saßen wir dann alle noch ein Weilchen zusammen, Thiemo hat noch Spaghetti gekocht, und wir haben gegessen. Mhmmm!  War total lecker und insgesamt war es ein rundum gelungener Abend. Ich habe mich direkt willkommen gefühlt. Später habe ich mir dann noch eine Koje raus suchen dürfen, eine richtige Höhle mit blauem Moskitonetz. Sehr gemütlich und recht groß! Quasi ein Doppelbett! An den Seiten habe ich überall verbaute Schränke, in denen ich meine Sachen verstauen kann. Dazu kam es an dem Abend aber gar nicht mehr, ich bin nämlich direkt eingeschlafen! Puuuuh! War wirklich total platt nach dieser langen Reise. Ein angenehmer Wind ist nachts durch meine Koje geweht, denn ich habe das Glück und schlafe direkt unter einem kleinen Fenster bzw. einer Luke. Ich schlafe nämlich ganz vorne im Schiff! Im Bug:)

 

Liberty wieder auf Vordermann bringen! :)

09.12.15


So ca. um 6 wurde es hell und ich bin aufgewacht. Konnte dann auch irgendwie nicht mehr einschlafen, ich wette das liegt an immer noch an der langen Reise und der Zeitverschiebung. Also bin ich aufgestanden und hoch gegangen. So langsam kam dann auch einer nach dem anderen auf dem Deck eingetrudelt. Es gab frischen Kaffee, dank Thiemo, und langsam aber sicher sind wir alle richtig aufgewacht. Dann habe ich Gerd, also meinen Kapitän, gefragt ob ich denn irgendwie behilflich sein kann. Ich stecke nämlich voller Tatendrang! :D Er meinte klaro, ich kann die Schutzhauben der kleinen Motoren für die Dinghys verschönern indem ich Liberty drauf male. Voll mein Ding! Die Schutzkappen sind schon schön Gelb angemalt und ich habe dann noch in verschnörkelter roter Schrift, Liberty darauf gezaubert. Hat total Laune gemacht.

 

Hier das Resultat! 

 

 

Danach habe ich noch rostige Stellen am Geländer mit grüner Rostfarbe behandelt! So gegen Abend kam dann auch schon unser fünftes Crewmitglied! Manuele, ein 32-Jähriger, der schon einige Jahre durch die Welt reist. Auch sehr sympathisch! Und noch ein wenig später waren wir dann auch schon vollständig! Mit Reema. Ich habe sie auf einem Festival in Kroatien kennengelernt und sie hat mir überhaupt erst von diesem verrückten Trip erzählt! Sie kommt aus Australien und es ist total schön, dass sie jetzt auch hier angekommen ist. Sie ist in die Koje links neben mir gezogen, jetzt können wir abends im Bett immer noch ein wenig quatschen :D! Wir saßen an dem Abend noch alle zusammen und es wurde bis spät in die Nacht viel gelacht. Irgendwann bin ich dann auch total kaputt, nach 2 Minuten lesen, eingeschlafen. Achja, ich hatte auch noch sonderbare Nüsse gegessen, die Erwin vom Markt mitgebracht hat, die mir üüüüüberhaupt nicht bekommen sind, weshalb ich 2-mal Spucken musste. Dann wars aber auch wieder gut, zum Glück! Die Nacht habe ich wirklich ausgezeichnet geschlafen.

10.12.15

 

Am nächsten Morgen sind Gerd, Reema und ich ein wenig an Land um mal in verschiedenen Einkaufsläden die Preise zu vergleichen. Also von Lebensmitteln. Und es ist wirklich verrückt wie die Preise variieren! Beispielsweise haben wir in jedem Laden Oreo Kekse gefunden, aber immer zu einem anderen Preis. Einmal für 1.30 Dollar, einmal für 1 Dollar und einmal für 75 Cent! Wir müssen nämlich die nächsten Tage einen ganzen Haufen einkaufen, denn wir werden meist nur an kleinen Inseln halten und da gibt es ja keine Möglichkeiten irgendetwas einzukaufen! Deshalb wollen wir möglichst viel hier einkaufen und 1200 Liter Wasser brauchen wir auch noch. Da haben wir also echt noch was vor uns! :D Das wird glaube ich noch eine spannende Aktion, das ganze Wasser in Kanistern zum Schiff zu transportieren und dann in unsere Tanks zu füllen. Ansonsten haben wir an diesem Tag viel gechillt und uns weiter besser kennengelernt. Thiemo und Erwin waren bis abends unterwegs und Manuele hat ein paar Freunde besucht die er hier in Dili kennt. Später hat er dann noch Gitarre gespielt, ich hab nebenher etwas geknüpft und wir haben zusammen gesungen. Reema und Gerd haben währenddessen was Leckeres zu Essen gezaubert! Gesellig!

 

Mit was ich schon seit meinem Aufenthalt in Singapur zu kämpfen habe ist eine lästige Allergie. Ich habe dort doch auf dem Flughafenboden geschlafen und bin im Schlaf von meinem Kissen runter gerollt, auf den Teppich. Und genau auf der Gesichtshälfte, auf der ich dort geschlafen hatte, habe ich jetzt einen juckenden Ausschlag, der sich schon weiter ausgebreitet hat und mich etwas nervt. Reema hat ganz viele verschiedene ätherische Öle dabei, Thymian, Rosmarin und und und.. Damit schmiere ich mich jetzt gerade regelmäßig ein, jetzt mal abwarten ob der Ausschlag verschwindet! Ich hoffe doch! Schwimmen ist hier im Hafen nicht wirklich zu empfehlen, da das Wasser ziemlich schmutzig ist und es zudem auch noch, passt auf: Salzwasserkrokodile gibt! Vor einer Woche war hier scheinbar ein 2-3 Meter langes Krokodil! Spannend! Bin gespannt wann ich das erste sehe:)!!

11.12.15
 

Heute habe ich die Sockel vom Geländer die ich zuvor mit grüner Zinkfarbe behandelt habe rot gestrichen! Liberty hat 3 Hauptfarben, Rot, Grün und Gelb. Super schön. Gerade als ich hier so saß, an meinem Lieblingsplatz (Dort wo man die Treppe ein und aushängt, wenn man auf Liberty oder von Liberty runter möchte), und die Beine baumeln lassen habe kam ein riesiger Fischschwarm vorbei. Scheinbar wurden sie von größeren Fischen gejagt und sind deshalb immer ganz panisch aus dem Wasser gesprungen. Das war auf einmal Bewegung überall, ein richtiges Spektakel! War interessant zu beobachten!

Also, ich mach mich jetzt auch mal wieder ans streichen, bis bald! :D

 

A little drama a day, keeps the doctor away. Hopefully! :D

12.12.15

 

Gestern war ich den ganzen Tag auf Liberty, habe bisschen gewerkelt und geplaudert. Gerd hat mir ein Buch gegeben es heißt „Dangerous Sealife“. Es handelt von all den giftigen und beißenden Kreaturen unter Wasser und ist meeeeega interessant! Da habe ich ein wenig drin gestöbert und dann laut Thiemo und Manuele daraus vorgelesen, hat echt Spaß gemacht. Irgendwann ist Thiemo an Land um Reema vom Strand abzuholen, die war nämlich einkaufen, und hat dann plötzlich, etwas alarmierend, nach Gerd gerufen. Das war so um 16 Uhr. Gerd kam direkt angerannt. Scheinbar waren wir gefährlich nahe an den Steg der Marine getrieben! Der Anker hat nicht gehalten! Alarmstufe Rot! Der Steg ist nämlich auch nicht aus Holz, sondern aus massiven Steinbrocken. Gerd ist dann direkt ins eins unserer drei Dinghys gehüpft, mit einem Ersatzanker an Bord. Er ist dann damit in Richtung offenes Meer gefahren und hat so versucht uns langsam wieder zurückzuziehen. Hat aber leider nur mäßig funktioniert. Es kamen aber dann glücklicherweise zwei Einheimische, Bernhardinio und Fernando, die ein größeres Dinghy hatten mit einem größeren Motor. Sie haben dann den Ersatzanker an Bord genommen und uns so vom Steg weggezogen! Puhh! Das war knapp. Der Ersatzanker wurde dann weit hinten gesetzt und so waren wir wieder auf Position. Das Ganze ist übrigens passiert, weil die Gezeiten hier momentan sehr stark sind. Als es dann dunkel war ist uns das nochmal passiert, war diesmal aber nicht ganz so tragisch, weil wir nur ein wenig auf einem Riff hingen, aber die Flut gerade kam. Das hat sich also quasi wieder von selbst erledigt. Das Wasser war so niedrig das wir mit unseren Stirnlampen die ganze Unterwasserwelt sehen konnten, das war so mega cool!! Bunte Korallen, tausende Seeigel, leuchtend blaue und weiß-rote Seesterne und viele Fische. Ich war komplett hin und weg. Die anderen amüsieren sich immer etwas darüber, dass ich bei jedem kleinen Ding gleich ausraste, weil sie das alles ja schon kennen und ich eben nicht. Gerd meinte auch ich würde lachen als würde mir die Welt gehören, so lieb! Ich lache hier ja auch sehr viel, weil es einfach so schön ist. Nur eine Sache trübt meine Heiterkeit etwas momentan. Und zwar dieser blöde Ausschlag! Mittlerweile habe ich den Eindruck als hätte ich zwei verschiedene. YEYYYY, auch das noch. Einmal diese winzigen Hibbel im Gesicht und an den Ellbogen und dann noch diese großen roten an der Oberarmunterseite und der Außenseite meiner Oberschenkel. Ich habe keine Ahnung was genau das ist, woher es kommt und wie ich das wieder loswerde.

Es juckt alles ziemlich unangenehm und ich würde am liebsten die ganze Zeit kratzen. Hab die letzten Tage immer Kokosöl drauf geschmiert, aber das ist irgendwie nicht das richtige dafür.

Jetzt habe ich aber Babypuder im Schiff gefunden und pudre mich damit immer ein. Wenn das nicht hilft sollte ich vielleicht doch mal zu einer Apotheke gehen und härtere Geschütze auffahren. Was meint ihr?

Liberty auf dem Trockenen! Huh!?

14.12.15

 

Hallöchen und zurück zum Abenteuer!

Liberty ist noch nicht ganz startbereit, es gibt noch ein paar Arbeiten auf den Schiff  zu tun, aber auch die Unterseite braucht noch eine kleine Renovierung. Die Muscheln müssen wir noch abkratzen und dann wird es noch schön Rostrot gestrichen! Aber wie streicht man denn ein Schiff, dass im Meer schwimmt? Gar nicht! Jep! Deshalb haben wir gestern Nacht einen Anker ganz weit vorne am Strand gesetzt und uns daran langsam nach vorne gezogen. Da war noch high tide, heißt wie konnten ziemlich weit nach vorne fahren. Um 6 Uhr morgens, also genau 6 Stunden später, war dann low tide und das komplette Schiff stand jetzt auf dem Trockenen! Perfekt! Es hat nämlich quasi 3 „Füße“ und kann so frei auf dem Strand stehen. Wir sind dann also runter in den Sand gejumpt und haben angefangen das Schiff abzukratzen bevor wir uns ans Streichen machen. Gestern als Gerd und ich am Strand waren, war schon wieder ein Krokodil am Strand. So 2-3 Meter lang! Jeder hier meint, die Haie hier sind nicht das Problem, sondern die Krokos! Die sind nämlich viel gefährlicher als Haie! Ziemlich spannend das Ganze.

16.12.15

 

Die beiden letzten Tage haben wir Liberty fertig gestrichen, das hat also alles super geklappt! Gerd musste dann noch zwischen die Kiele kriechen um dort zu streichen, das war keine so schöne Angelegenheit in diesem verdreckten Sand.

 

Heute kam wiedermal ein Krokodil vorbei! Diesmal ist es direkt an Liberty vorbeigeschwommen. Das war total lustig! Wir ankern hier ja direkt an der Marine und die haben ja einen eigenen Steg auf dem sie ständig irgendwelche Übungen machen. An diesem Tag war dort wieder eine ganze Versammlung an Polizei Lehrlingen und auf einmal riefen alle unsere Richtung und haben geklatscht :D! Ich war in dem Moment gerade an Deck, vorne und war erstmal etwas perplex. Sie haben dann vor uns aufs Meer gezeigt, also direkt rechts neben Liberty und da ist Mr. Oder Mrs. Kroko seelenruhig entlang geschwommen. Ein Riese! Es war nur wenige Meter von mir entfernt und das war wirklich eine unglaublich spannende Erfahrung. So ein mächtiges, wunderschönes Geschöpf in Freiheit mal so nah bestaunen zu dürfen.

Am Strand waren ganz viele Menschen und einer kam sogar mit einem toten Huhn und hat das Krokodil damit gefüttert. Ihr werdet es nicht glauben aber der ist einfach zu dem Krokodil ins Wasser gewatet, recht nah, und hat ihm das Huhn hingeworfen. Scheinbar machen die das öfter so! Alle haben sich auch mega gefreut das Krokodil zu sehn, war schon eine kleine Attraktion! :) 

Abends hatten wir dann noch alle zusammen ein kleines Meeting in einer kleinen, bunten verrückten Bar von einem Freund des Kaptains. Haben ein bisschen gequatscht, ein, zwei Bier getrunken, geplant und sind dann spät abends wieder zurück auf unser hübsches schwimmendes Zuhause. Hab natürlich wieder sofort geschlafen wie ein Stein.

Kurz mal zwischendurch:

17.12.15

 

Sitze hier gerade im Burger King (einziger Ort mit Wifi) und lese Berichte über Papua Neu Guinea, meeega interessant. Es ist eine tolle Internetseite auf der sich Segler über ihre Reisen austauschen und sich gegenseitig Tipps geben. Www.Noonsite.com, ihr könnt ja mal reinschauen!

 

Das hier hab ich darin beispielsweise gefunden:

PNG has twice as many marine species then the red sea and 10 times as many as the carribean! WOOOOW!!!! It is rated as the top diving destination in the world.

 

Ich raste auuuuuuus!!!

18.12.15

 

Gestern habe ich ganz viele kleine Jobs auf Liberty erledigt. Zum Beispiel die ausgefransten Enden sämtlicher Taue an Bord wieder hübsch versiegelt. Mit einer Art Knüpftechnik, ähnlich wie Makramee, die angewendet wird damit die Taue nicht mehr ausfransen. Dann habe ich noch diverse Dinge schön bunt angemalt und ihnen wieder neuen Schwung verpasst. Liberty strahlt mehr und mehr! Hier ist jetzt übrigens auch einen kleiner Garten an Bord! Wir haben 2 große Blumentöpfe am Geländer des Schiffs befestigt und sie hauptsächlich mit Tomaten bepflanzt. Uhhh ich freu mich schon auf frische Tomaten! Weiterhin durfte ich noch ein paar Sachen mit Epoxy reparieren. Dieses Zeug verwendet man hier echt für so gut wie alles, dass irgendeiner Reparatur bedarf. Meist sind es 2 verschieden farbige klebrige Massen (damit man genau sieht, wann es gut vermischt ist) die man dann zusammengemischt mit nassen Händen auf die gewollte Stelle auftragen kann. Die Konsistenz erinnert ein bisschen an Kaugummi :D

Es härtet sehr schnell aus und ist dann so gut wie unkaputtbar. Also perfekt geeignet für alles Mögliche! Danach waren wir dann natürlich noch einkaufen, das war auch echt wieder ne Aufgabe, weil wir soo viel brauchen.

 

 

Bin dann Abends auch wiedermal wie tot ins Bett gefallen und sofort eingeschlummert. Ich kanns wirklich kaum erwarten bis wir eeeendlich los segeln! Hier ist es zwar schon schön, ich mein die Leute sind mega nett, das Wetter ist der Wahnsinn und wir haben Supermarkt und alles direkt in der Nähe, aber ich würde zum Beispiel mal soo gerne im Meer schwimmen. Und da das Wasser hier ja ziemlich verschmutzt ist und auch noch Krokodile drin rum schwimmen wäre das hier wohl nicht so ratsam.

 

Also es ist wirklich verrückt wie hier mit dem Thema Müll umgegangen wird. Alles wird einfach nur irgendwo hingeworfen. In den Straßen aber vor allem auch am Strand. Dort wird soooo viel angeschwemmt. Jeden Abend oder manchmal auch nur jeden Zweiten werden dann ein paar Müllhaufen am Strand verbrannt. Einfach so. Natürlich tragen die Menschen hier dabei auch keinen Mundschutz, das hat mich schon echt schockiert. Gestern ist ein kleines Boot an uns vorbeigefahren und eine erwachsene Frau darauf hat eine Plastikflasche leer getrunken und dann einfach ins Meer geworfen. Das ist ganz normal hier! Ich hab euch doch erzählt das wir Liberty gestrichen haben und so alle in diesem dreckigen Wasser und Sand herumlaufen mussten. Mir und dem Rest hat das überhaupt nichts ausgemacht aber Gerd hats leider erwischt, er hat überall entzündete Stellen am Bein. Sehen ein bisschen aus wie ganz oberflächliche Pickel. Er meint das ist eine Streptokokken Infektion von dem Wasser hier. Kann ich mir gut vorstellen das es daher kommt. Ich hoffe das wird er ganz schnell wieder los.

 

Wir alle freuen uns also sehr auf frisches blaues Meerwasser in welches wir einfach rein springen können, es ist also wirklich Zeit das wir hier so langsam mal die Biege machen. Gerade sitze ich vorne auf dem Deck, halb Sonne halb Schatten in meiner neuen roten Bluse die ich hier auf einem großen second hand markt gekauft habe. (Siehe Bild oben) Für gerade mal 2 Dollar! Werde gleich mal anfangen ein Buch über das Segeln zu lesen, schließlich bin ich noch blutiger Anfänger und ich will es unserem Kapitän nicht all zu Schwer machen. Dort stehen nämlich beispielsweise auch die ganzen Knoten drin, die man fürs Segeln braucht.

 

Gerd backt gerade wiedereinmal ein frisches Brot, das macht er alle 2 Tage. Ist sau lecker und echt der totale Luxus frisch gebackenes Brot auf einem Segelboot zu haben. Wir kochen ja mit einem kleinen Gasherd mit 2 Platten und Gerd hat einen kleinen schwarzen Ofen den wir da einfach drauf stellen können. Ich glaube er hat ihn aus Indien aber ich weiß es nicht mehr so genau.

Was ich so wissen sollte:

Segeln und das Wetter

 

- Wellen mit weißer Schaumkrone heißen white caps!

- eine dunkle dicke Regenwolke die auch gelegentlich mal knattert ist ein Squoll (Onecloudstorm)

- bildet sich ein Kreis um dem Mond bedeutet das es innerhalb von 2 Tagen schlechtes Wetter geben wird.

- Unwetter fangen meist vor Mitternacht an, wenn nicht, dann meinst gar nicht mehr.

- gleichmäßiger Wind heißt meist gutes Wetter.

- wenn zuerst der Wind kommt und dann der Regen hat man meist nichts schlimmeres zu erwarten.

-wenn es zuerst regnet und dann stürmt ist ein Unwetter sehr wahrscheinlich.

-ein schöner Sonnenuntergang heißt meist gutes Wetter.

-ein schöner Sonnenaufgang heißt meist schlechtes Wetter.

-bei schwerem Sturm direkt ins innere des Schiffs!


 

Dinge die wir zum Tauschen mitnehmen können (Trading goods):

- Kleidung

- alte Ferngläser

- Hüte

- Töpfe, Pfannen, etc..

- Solar lampen

- Taucherbrillen, Schnorchel und Flossen

- alte Segel

- Nähnadeln und Garn

- Epoxy

- kleine wiederverwendbare Plastik Behälter

- Werkzeug

- Medizin (antibiotische creme, Aspirin, Paracetamol,..)

- Kilosäcke Reis, weißer Zucker, weißes Mehl, Öl zum Kochen,..

- Kekse, Taschenlampen, FlipFlops,..

- Schreibhefte, bunte Stifte,..

- Seife, Waschmittel , Shampoo, Haargummis, Bürsten,..

- Metall, Feuerzeuge, Kopftaschenlampen, Batterien,..

Das wars erstmal! Im nächsten Artikel wird es endlich losgehn! Ich sags euch Leute, nach 4 Wochen in Dili konnte ich es wirklich kaum erwarten!

Ich hoffe auch dieser Ausschnitt aus meinem Tagebuch hat euch gefallen. 

Ganz viel Lovies an euch alle und bis nächsten Sonntag! :)


 

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